First Post

Hey und herzlich Willkommen auf meinem Blog. Sch├Ân, dass du hierher gefunden hast!

Ich m├Âchte dich ein wenig mit auf meinen Weg in ein neues Leben nehmen. Im August startet es und ich habe noch so viel zu erledigen, habe so viel um die Ohren und m├Âchte dich trotzdem an allem teilhaben lassen. In den n├Ąchsten Wochen und Monaten wirst du vielleicht auch einige interessante und n├╝tzliche Dinge erfahren und vielleicht hast du auch die M├Âglichkeit aus Fehlern zu lernen, die ich m├Âglicherweise gemacht habe oder auch machen werde, denn ÔÇťaus Fehlern lernt manÔÇť, hat ja niemand gesagt, dass es zwingend die eigenen Fehler sein m├╝ssen, aus denen man lernt.

Ich w├╝rde mich jedenfalls freuen, wenn du mich auf meinem Weg begleitest. ÔŁĄ

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Deep thoughts about saying goodbye…

Der gro├če Tag r├╝ckt immer n├Ąher und mit jedem weiteren Tag begleitet ein das Gef├╝hl mehr, dass man viel zu wenig Zeit hat um sie noch gut genug mit der Familie und den Freunden zu verbringen. Jeden Tag macht man sich Gedanken darum, wie man die Zeit noch so gestalten kann, dass sie in den allersch├Ânsten Erinnerungen bleibt.
Und dann wird man begleitet von der gro├čen Angst, dass die Menschen, die einem heute noch alles bedeuten, dann nicht mehr diese Menschen sind – aber nicht, weil sie dir nicht mehr das Gleiche bedeuten, sondern weil du bei ihnen an Wert verlierst, weil du eben nicht mehr so schnell bei ihnen sein kannst und du eben nicht mal eben so Zeit mit ihnen verbringen kannst.
Manchmal verbringt man dann Zeit mit gewissen Menschen mit denen man immer so frei war, sein konnte, wer man selbst war, offen, ehrlich und gl├╝cklich. Heute steht man neben genau diesen Menschen und fragt sich, ob es vielleicht gerade das letzte Mal ist, dass man sie f├╝r eine lange Zeit sieht oder gar das letzte Mal f├╝r immer oder ob man sie doch noch einmal sieht, bevor man die Stadt verl├Ąsst und an das andere Ende Deutschlands zieht.
Es ist komisch mit diesen Gedanken und diesem bedr├╝ckenden Gef├╝hl neben jemandem zu sein und sich nichts anmerken zu lassen oder gar Tr├Ąnen zu unterdr├╝cken, weil man wei├č, sie w├╝rden einem ja ohnehin versichern, dass ihr dennoch genauso gut befreundet bleibt und sie euch besuchen w├╝rden. Aber mal ehrlich…? Ist das wirklich so? Kann man auf sowas vertrauen?
Nat├╝rlich werden jetzt alle auf Anhieb sagen, dass das der Wahrheit entspricht und man wahre Freunde nicht einfach verliert und diese Freundschaften auch die Distanz ├╝berleben. Bel├╝gt man sich jedoch nicht selbst und sieht der Wahrheit ins Gesicht, dann wei├č man, dass das eben nicht so ist – egal, wie sehr man es sich w├╝nscht.

Du wirst dich nun m├Âglicherweise fragen, wieso ich so pessimistisch bin, was dieses Thema betrifft. Ich kann es dir erkl├Ąren:


Als kleines M├Ądchen, vielleicht war ich um die 4-6 Jahre alt, lernte ich ein M├Ądchen kennen, was ein Jahr ├Ąlter war als ich. Unsere M├╝tter wurden sehr gute Freundinnen und wir wurden zu besten Freundinnen – wir waren unzertrennlich… Bis zu dem einen Tag, an dem schlagartig das ganze Leben begann sich zu wenden. Meine beste Freundin war zusammen mit ihrer Mutter, ihrem kleinen Bruder und der kleinen Schwester, welche gerade noch ein Baby war, im Urlaub w├Ąhrend ihr Vater Zuhause blieb um Renovierungsarbeiten im und am Haus durchzuf├╝hren. Bei einer dieser Arbeiten am Haus hatte er einen tragischen Unfall bei dem er ums Leben kam – das war der Punkt, ab dem alles begann, kaputt zu gehen. Monate vergingen, Trauer lag ├╝ber der Familie aber dennoch lernte ihre Mutter einen neuen Mann kennen, was man ihr auch nur von Herzen w├╝nschen konnte… Dieser Mann jedoch lebte 200km von uns entfernt – ihre Mutter jedoch zog zusammen mit meiner Freundin und ihren Geschwistern zu ihm und seinen Kindern. Diese erste Phase lief ganz gut, wir besuchten sie sogar einmal, hielten viel Kontakt ├╝ber Briefe – ja, tats├Ąchlich damals schrieb man wirklich noch Briefe. Irgendwann scheiterte die Beziehung und sie zogen hierher zur├╝ck… Man hatte sich schon ein wenig auseinander gelebt, wir waren keine besten Freundinnen mehr aber noch immer sehr gute. Bis sie dann wieder beziehungsbedingt wegzog – dieses Mal waren es zwar nur 170km aber dennoch eine Strecke, die nicht mal eben so gefahren werden kann. In den Sommerferien besuchte ich sie dennoch einmal f├╝r zwei Wochen und auch das war eine tolle Zeit, als ich wieder nach Hause kam war alles wie zuvor. Wir schrieben uns weiterhin Briefe bis es irgendwann weniger wurde… Als ├ťberraschung stand sie dann einige Monate sp├Ąter pl├Âtzlich vor meiner Haust├╝r, wir verbrachten den Nachmittag zusammen aber an diesem Tag merkten wir, dass es nicht mehr so war. Es war nicht mehr gut – diese Freundschaft war kaputt, wir wussten nicht, was wir noch miteinander anfangen sollten, wir hatten uns einfach komplett auseinander gelebt, trotz dass wir jahrelang beste Freundinnen waren und vieles ├╝berstanden hatten – aber diese Distanz hat uns zerst├Ârt.


Und jetzt, wo man selbst an diesem Punkt steht, diejenige zu sein, die wegziehen wird, ist diese Angst an der Tagesordnung. Angst, dass es letzten Endes genauso wird, wie damals bei meiner besten Freundin und mir. Nat├╝rlich hat man heutzutage andere M├Âglichkeiten (die hat es damals zwar auch schon gegeben, allerdings nutzt man das Internet, Social Media und andere Kommunikationsm├Âglichkeiten als Kind eher weniger bis garnicht). ├ťber Whatsapp ist es vergleichsweise einfach im Kontakt zu bleiben, man sendet schnell eine Nachricht, die binnen Sekunden beim Gespr├Ąchspartner ankommt und genauso umgehend auch beantwortet werden kann – aber das ist eben einfach nicht das Gleiche. Die Kommunikation ├╝ber das Internet kann einfach nicht das pers├Ânliche Gespr├Ąch und die N├Ąhe ersetzen, die man sich in einer Freundschaft doch so sehr w├╝nscht.

Was wird das alles wohl f├╝r einen Lauf nehmen? Wird alles so bleiben wie es ist und sich nur minimal ver├Ąndern oder wird man die Menschen verlieren, die heute noch die wichtigsten und bedeutendsten im eigenen Leben sind?
Wir werden es sehen.

Wohnung Ôťö – Die Renovierungsarbeiten beginnen

Meine Wohnung – seltsames Gef├╝hl, eine Wohnung tats├Ąchlich nun als meine zu bezeichnen – hatte ich ja urspr├╝nglich noch nicht im unrenovierten Zustand besichtigen sollen, was wir aber dann letzten Endes doch konnten.
Da es sich um eine Dachgeschosswohnung handelt, sind die W├Ąnde gr├Â├čtenteils holzvert├Ąfelt, was mir pers├Ânlich an sich ganz gut gef├Ąllt und auch zu meinem Einrichtungsstil passt. Jetzt wirst du dich vielleicht f├╝r einen kurzen Moment fragen, welchen Einrichtungsstil ich habe, wenn ich sage, dass holzvert├Ąfelte W├Ąnde sich in das Bild ziemlich gut einf├╝gen – ich verrat’s dir. Ich liebe Shabby Chic und den Landhausstil, meiner Meinung nach ist das ein unglaublich wohnlicher und gem├╝tlicher Einrichtungsstil, der zugleich elegant und stilvoll ist.
Die bisherige Farbe der Holzvert├Ąfelung gefiel mir allerdings zugegebenerma├čen nicht so sehr, da sie die R├Ąume (auch wenn sie an sich sehr hell waren) dunkler und kleiner aussehen lie├č.
Um dir einen Eindruck zu verschaffen, wie die W├Ąnde bisher aussehen, zeige ich dir mal ein Bild des Ursprungszustandes.
9-Du kannst also sehen, die Wand ist zwar nicht wirklich dunkel, aber man kann sich vorstellen, dass sie in einem wei├č strahlt und viel einladender, heller und freundlicher wirkt.
Da ich wirklich sehr nette Vermieter habe, renovieren sie nicht nur die W├Ąnde sondern auch die Holzvert├Ąfelungen, sodass auch diese in einem ansprechenden hellen wei├č strahlen und die Wohnung zu einer Wohlf├╝hloase wird. Da seit meiner Wohnungsbesichtigung und dem Zuschlag sowie der Mietvertragsunterzeichnung nun schon einige Wochen vergangen sind, kann man schon deutliche Fortschritte des Wohnungszustandes erkennen. Je weiter die Renovierungsarbeiten fortschreiten, desto besser gef├Ąllt mir diese Wohnung und umso gl├╝cklicher bin ich, dass ich genau diese Wohnung tats├Ąchlich bekommen habe.
Ich zeige dir mal, wie diese Wand, die du oben siehst, nun aussieht und glaub mir, du wirst staunen, was f├╝r einen Unterschied das wirklich macht, wie sehr eine einzige Raumfarbe die komplette Raumatmosph├Ąre ver├Ąndern kann.
10--Ich pers├Ânlich finde, dass das wei├č einfach sehr viel ansprechender wirkt und den Raum tats├Ąchlich in einem vollkommen anderen Licht dastehen l├Ąsst als es zuvor der Fall gewesen ist. Vorher war der Raum zwar sehr warm und gem├╝tlich – aber vor allem ziemlich rustikal gehalten und nun ist aus diesem unscheinbaren und dennoch sch├Ânen Raum ein noch sehr viel sch├Ânerer geworden, sodass ich wirklich gl├╝cklich bin, dass die Vermieter sich soviel M├╝he geben, die Wohnung noch sch├Âner herzurichten, als sie es ja wirklich ohnehin schon gewesen ist. Es war ja von Beginn an zweifelsohne eine unfassbar tolle Wohnung aber das? Ich kann es langsam wirklich nicht mehr in Worte fassen.

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Im Direktvergleich ist es noch einmal sehr gut zu erkennen, was f├╝r eine enorme Ver├Ąnderung f├╝r den kompletten Raum eine Farbe ausmachen kann.

Neues Leben – neue Wohnung? Was nach den Besichtigungen geschah

Nach den Besichtigungen ging es wieder zur├╝ck in die Heimat. Auf dem ganzen R├╝ckweg besch├Ąftigte ich mich damit, mir Gedanken zu jeder einzelnen der Wohnungen zu machen… Kommt eine von ihnen vielleicht doch noch zus├Ątzlich zur Dachgeschosswohnung in Frage? Dabei bezog ich auch die Fotos nochmal mit ein, die wir w├Ąhrend jeder einzelnen Besichtigung gemacht hatten.
Letzten Endes blieb aber meine Meinung unver├Ąndert – die Dachgeschosswohnung ist und bleibt die beste der Wohnungen, die wir uns angesehen hatten.
Und mit diesem Gedanken ging ich schlafen! Als ich dann morgens aufwachte, war alles vollkommen normal, ich startete meinen Tag wie immer und machte mir keine Gedanken ├╝ber das, was vielleicht als n├Ąchstes passieren k├Ânnte.

Am Mittag h├Ârte ich meinen Vater sagen, ich h├Ątte eine Wohnung.┬áDieser Moment war irgendwie unrealistisch und doch so sch├Ân. Neugierig fragte ich, welche der Wohnungen mir denn zugesagt h├Ątte und dann kam er… Der Moment mit den erl├Âsenden Worten, dass die Dachgeschosswohnung nun meine ist! Das Gef├╝hl, was man in diesem Moment empfindet, ist in Worten kaum zu beschreiben… Ohne zu z├Âgern best├Ątigte ich, dass ich diese Wohnung unglaublich gerne beziehen w├╝rde und so bekam ich einige Tage sp├Ąter meinen Mietvertrag!

Ich dachte der Moment, die Wohnungszusage zu erhalten, w├Ąre schon mit unglaublichen Gl├╝cksgef├╝hlen verbunden gewesen aber diesen Vertrag in der Hand zu halten, war noch viel ├╝berw├Ąltigender. In dem Moment wusste ich, dass meine Zukunft wirklich in einer vollkommen anderen Stadt liegt und begann aus dem Nichts zu zittern, denn mir wurde auch schlagartig klar, was ich hier alles zur├╝cklasse. All meine Freunde, meine Familie – alles, was ich mir in 20 Jahren aufgebaut habe, wird zur├╝ckbleiben und ich werde von Null starten, werde ein komplett neues Leben auf einem neuen Pflaster beginnen… Dieser Gedanke sorgte f├╝r eine G├Ąnsehaut und brachte eine gewisse Angst mit. Aber ich musste ehrlich zu mir selbst sein und mir eingestehen, dass der Weg in eine neue Stadt mir unglaublich viele neue T├╝ren ├Âffnet und ich die Chance habe, ein Leben aufzubauen, dass ich so gestalte, wie ich es m├Âchte und in das mir niemand reinreden kann. Und dann setzte ich meine Unterschrift auf den Vertrag. ­čĺĽ

Neues Leben – neue Wohnung? Die letzten zwei Besichtigungen

Nachdem ich von der letzten Wohnung so ├╝berzeugt gewesen bin, war ich gespannt ob eine der n├Ąchsten zwei Wohnungen mich mindestens genauso sehr mitrei├čen w├╝rde oder ob es so werden w├╝rde wie bei der ersten Wohnung.

Ich begab mich nun also zur vorletzten Wohnungsbesichtigungen in eines der Trendviertel schlechthin. Dort angekommen gab es zun├Ąchst wieder das selbe Problem wie bei der ersten Wohnung – wohin mit dem Auto? Schlussendlich fanden wir also doch wieder einen Parkplatz und begaben uns vor die Wohnung. Da wir wieder einmal ein wenig zu fr├╝h da waren und der Makler noch nicht vor Ort gewesen ist, sahen wir uns ein wenig die Umgebung an und was soll ich sagen? Ich konnte voll und ganz nachvollziehen, warum das hier ein Trendviertel war. Ich war vollkommen mitgenommen von dieser Umgebung! Ich liebe Altbauh├Ąuser mit all ihren zahlreichen Verzierungen an den Hausfassaden und hier wimmelte es nur so davon. Wo man hinsah – Altbauh├Ąuser von denen eins sch├Âner war als das andere! Die Umgebung sagte mir also schon zu sehr als 100% zu und wenn die Wohnung mich jetzt genauso einnimmt, konnte es ja kaum noch besser werden!
So der Gedanke, was folgte, war aber wie ein Schlag ins Gesicht! Wir traten wieder vor das Haus – da uns kein Name genannt wurde, bei dem wir klingeln sollten, standen wir nun also vor der T├╝r – ohne Makler. Mal ganz davon abgesehen, dass er uns gesagt hatte, wir sollen doch bitte vor der T├╝r auf ihn warten, er w├╝rde uns abholen… Nun ja… So vergangen die Minuten und auch auf mehrfaches Anrufen – keine Reaktion. Wir standen also ├╝ber eine halbe Stunde nach dem verabredeten Termin noch immer vor dieser Wohnung ohne sie uns auch nur eine Sekunde angesehen zu haben. Schade… Denn in einer halben Stunde stand der n├Ąchste Termin in einer Nachbarstadt an, sodass wir leider unvollendeter Dinge wieder wegfahren mussten… Es bestand aber ja noch die Hoffnung, dass sich der Makler doch noch meldet und wir nach dem n├Ąchsten Besichtigungstermin doch noch einen Blick in die Wohnung werfen k├Ânnen…

Eine halbe Stunde sp├Ąter betraten wir also die letzte Wohnung – wieder in einem Altbauhaus mit wundersch├Âner Fassade in einer Stra├če wo jedes einzelne Haus genau denselben Charme ausstrahlte! Es war traumhaft dort!

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Mal als kleinen Vergleich – ich bin 1,55m gro├č w├Ąhrend die Deckenh├Âhe 3,50m betr├Ągt.

Die Wohnung selbst hatte auch wieder relativ kleine R├Ąume – jedoch war sie ebenfalls sehr hell und hatte zudem 3,50m hohe Decken, was die R├Ąume ganz anders wirken lie├č – so hat mir diese Wohnung tats├Ąchlich unglaublich gut gefallen! Das Badezimmer in wei├č gehalten mit einer sch├Ânen Badewanne und einem gro├čen Fenster. Die K├╝cheneinrichtung h├Ątte man wohl in jedem Fall hier erneuern m├╝ssen, da sie ihre besten Jahre schon hinter sich hatte. Wenn diese Wohnung nicht einen riesigen Nachteil gehabt h├Ątte, dann h├Ątte ich wirklich ├╝berlegen m├╝ssen, welche der beiden Wohnungen, die mir bisher so gut gefielen, mir denn mehr das Gef├╝hl von Zuhause gibt. Doch leider war der Nachteil der Wohnung, dass die W├Ąnde feucht waren, sodass auch sie leider rausfiel – auch, wenn sie noch so toll gewesen ist.

Da sich der Makler von Wohnung drei den ganzen Tag ├╝ber leider nicht mehr meldete, konnte ich mir also nicht einmal mehr diese Wohnung ansehen, was ich unglaublich schade fand, denn die Umgebung war bildsch├Ân.
Nun blieb mir also nur warten und hoffen, dass Wohnung zwei mir eine Zusage gibt, denn wenn nicht, musste ich mich wohl oder ├╝bel weiter umsehen und hoffen, doch noch eine Wohnung zu finden in zugegebenerma├čen einer Zeitspanne, die nicht mehr allzu gro├č ist und mit der Angst, wie viele andere, die sich dort eine Wohnung suchen, ein halbes Jahr auf der Suche zu sein und noch immer ohne eine Zusage dazustehen… Das w├Ąre quasi das Ende meines Starts in ein neues Leben bevor es ├╝berhaupt wirklich begonnen hat.

Neues Leben – neue Wohnung? Die zweite Besichtigung

Nachdem ich dir schon von meiner ersten Wohnungsbesichtigung berichtet habe, m├Âchte ich dir nun erz├Ąhlen, wie es danach weiterging.

Die erste Wohnung war also abgehakt und pass├ę f├╝r mich – ich wusste, diese Wohnung kommt nicht mehr in Frage, auch wenn es Dinge gab, die mir gefielen. Ich sollte mich schlie├člich in einer Wohnung wohlf├╝hlen und das auch f├╝r l├Ąngere Zeit.
Als ich also wieder im Auto sa├č um zur n├Ąchsten Wohnungsbesichtigung zu fahren, fragte ich mich selbst, ob die Anspr├╝che, die ich an meine erste eigene Wohnung stellte, vielleicht doch zu gro├č waren und ich mir besser nicht mehr vorstelle, wie meine Wohnung auszusehen hatte. Im Vorfeld hatte ich mir selbst eigentlich gesagt, dass ich in keine Dachgeschosswohnung ziehen wollte aus dem einfachen Grund, dass es im Sommer wahrscheinlich unertr├Ąglich hei├č werden w├╝rde, da mein Zimmer im Sommer schon enorm aufhitzt und das obwohl ich nicht einmal direkt unter dem Dach wohne sondern nur eine einzige meiner W├Ąnde eine Dachschr├Ąge hatte.
Trotzdem war die zweite zu besichtigende Wohnung eine Dachgeschosswohnung, bei der ich mir tats├Ąchlich sagte, dass ich mir schon irgendwas einfallen lassen w├╝rde, wenn mir diese Wohnung wirklich so gut gef├Ąllt, dass ich mir vorstellen konnte, dort einzuziehen.

Ich sollte wohl dazu sagen, dass genau diese Wohnung eine der Wohnungen war, wo die Vermieter mich aufgrund meiner geschalteten Anzeige anschrieben.
Von dieser Wohnung kannte ich nur einige Eckdaten wie die Gr├Â├če der Wohnung, den Mietpreis sowie die Nebenkostenh├Âhe. Ich hatte jedoch keine Bilder der Wohnung gesendet bekommen, sodass ich vollkommen ohne Erwartungen zu diesem Termin erschien.

Die Wohnung liegt in einer ruhigen Stra├če mit perfekter Verkehrsanbindung, mit Gesch├Ąften des t├Ąglichen Lebens und ├ärzten quasi direkt vor der T├╝r. Das Haus, in dem sich die Wohnung befindet, war ein einfaches Dreifamilienhaus mit einem sch├Ânen, wenn auch nicht riesigen Garten und direkt am Ende der Stra├če befindet sich der Eingang in einen riesigen Wald. Ich f├╝hlte mich also schon ein wenig heimisch, da auch ich derzeit in der N├Ąhe eines Waldes wohne, wenn auch nicht in einem Dreifamilienhaus sondern in einem ganz normalen Haus. Dass es einen Garten gibt und ich mich wenigstens im Sommer ein wenig rauslegen k├Ânnte, beruhigte mich und gab mir ein kleines Gl├╝cksgef├╝hl. Wir parkten also direkt vor dem Haus – was schon einmal ein verdammt gro├čer Pluspunkt war, denn dieses Mal mussten wir tats├Ąchlich nicht erstmal ein paar Stra├čen weiter parken, was in Hinsicht auf Lebensmittel- oder allgemein gr├Â├čere Eink├Ąufe garnicht so schlecht war.

Wir klingelten also und wurden von einer netten ├Ąlteren Dame und ihrer Tochter in Empfang genommen und in die Wohnung im Dachgeschoss gef├╝hrt. Die T├╝r ging auf und wir traten ein und WOW das war sie! Der Flur war nicht gr├Â├čer als einen Quadratmeter. Rechts ging das Schlafzimmer ab, links gab es einen „Abstellraum“ und geradezu lag ein unfassbar helles, wundersch├Ânes Wohnzimmer mit angrenzender offener K├╝che. Vom Wohnzimmer aus ging das Badezimmer ab (auch wenn es vom Stil her ziemlich alt wirkt, hatte es doch ein Fenster und eine Badewanne, beides Dinge, die ich mir gew├╝nscht hatte). Als ich in diese Wohnung kam, war es so ein heimisches Gef├╝hl. Das Wohnzimmer war riesig! Und jedes der Zimmer hatte seinen eigenen Charme, der mich komplett ├╝berzeugte, sodass ich in dieser Wohnung stand und quasi schon damit begann, mich einzurichten. Das musste es sein, das Gef├╝hl angekommen zu sein, das Gef├╝hl, dass das die erste eigene Wohnung wird – ein unglaublich ├╝berw├Ąltigendes Gl├╝cksgef├╝hl! Die Wohnung befand sich zum Zeitpunkt meiner Besichtigung noch im unrenovierten Zustand – die W├Ąnde waren mit Holz vert├Ąfelt, welches – wie sollte es bei Holz auch anders sein – braun war und die R├Ąumer kleiner wirken lie├čen, als sie es tats├Ąchlich waren. Zun├Ąchst hatten wir uns die Wohnung garnicht im unrenovierten Zustand ansehen sollen sondern erst, wenn die Renovierung abgeschlossen ist, aber da wir nun ja schon vor Ort waren, bot sich die Gelegenheit.

Ich war komplett von dieser Wohnung ├╝berzeugt, im Gedanken lief es wie im Film wenn mich eine der n├Ąchsten beiden Wohnungen nicht vollends mit Perfektion ├╝bersch├╝ttet, dann wird genau das hier MEINE Wohnung! Nat├╝rlich war das allerdings nicht von mir abh├Ąngig sondern einzig und allein von den Vermietern. Und so hoffte ich, dass ich wenigstens f├╝r diese Wohnung eine Zusage bekam.

Neues Leben – neue Wohnung? Die erste Besichtigung

Letzten Endes stand ich vor dem gro├čen Tag!
Im Kopf noch komplett vernebelt, denn es ist drei Uhr in der Nacht – kein anderer Mensch steht um drei Uhr nachts auf. Mir blieb jedoch nichts anderes ├╝brig, denn vor uns stand eine mindestens sechs Stunden lange Autofahrt – und das war noch das Minimum.

Um elf Uhr morgens sollten wir unseren ersten Besichtigungstermin haben, vor dem ich einerseits ziemlich aufgeregt war und andererseits viel erwartete. Fairerweise muss ich wohl dazu sagen, dass meine Aufregung wohl davon kam, dass ich mich selbst w├Ąhrend der Fahrt sehr nerv├Âs gemacht habe und es die erste Wohnungsbesichtigung in meinem Leben war. Ich hatte sowas noch nie live miterlebt und dementsprechend waren meine Gedanken, wie so ein Termin genau abl├Ąuft sehr weit von der tats├Ąchlichen Realit├Ąt entfernt.
Wir kamen eine halbe Stunde vor dem verabredeten Termin an der Stra├če, in der die Wohnung lag an und standen erst einmal vor dem Problem wohin mit dem Auto? Denn scheinbar ist in dieser Stadt nicht nur der Wohnungsmarkt sehr angespannt sondern eben auch die Parkplatzsituation. In einer Kleinstadt wie meinem Heimatort gab es so ein Problem eben noch nie. Aber immerhin fanden wir dann nach einiger Zeit ein paar Stra├čen weiter doch noch einen Parkplatz und so konnten wir uns auf den Weg zum Termin machen. Mit meiner Tasche in der einen und der Bewerbungsmappe in der anderen Hand befand ich mich nun also tats├Ąchlich auf dem Weg in meine potentielle erste eigene Wohnung. Auch wenn diese Wohnung eigentlich den finanziellen Rahmen ein wenig ├╝berstieg und von allen zu besichtigenden Wohnungen die teuerste war, w├Ąre sie es mir wert gewesen, wenn es tats├Ąchlich meine Traumwohnung gewesen w├Ąre, denn von den Bildern des Immobilienportals war diese Wohnung nahezu perfekt.
Vorweg – diese Bilder hatten meine Erwartungen ziemlich hoch angesetzt und das obwohl mir bewusst war, dass man Bilder nat├╝rlich auch besch├Ânigen kann.
Auf auf in das Abenteuer Wohnung. Die Wohnung befand sich im ersten Stock eines Wohnhauses an einer Hauptstra├če. Von au├čen war das Wohnhaus ziemlich unscheinbar und es w├╝rde nicht vermuten lassen, dass zumindest das Treppenhaus dem eines Altbaus sehr ├Ąhnelte und zumindest dieses mir gut gefiel. Vor der Wohnungst├╝r angekommen, nahm uns der Makler bereits in Empfang und begleitete uns in die Wohnung, in der die aktuelle Mieterin ebenfalls anwesend war. Sie war noch relativ jung, Studentin und doch eine ganz nette Person! Der Flur ihrer Wohnung war ziemlich dunkel, damit h├Ątte man sich ja tats├Ąchlich noch anfreunden k├Ânnen, denn in meinem Kopf hatte ich den Gedanken, dass man auch aus einem relativ dunklen Flur durch die Dekoration und andere Dinge einen einladenderen Eingangsbereich machen k├Ânnte. Die T├╝ren waren alle wei├č, was mir ebenfalls zusagte – doch dann kamen die R├Ąume. Derzeit wurde die Wohnung als 2-Personen-WG genutzt – also betraten wir den Raum, der wohl das Schlafzimmer nach dem Auszug der aktuellen Mieter ergeben sollte – hielten uns hier jedoch nicht allzu lange auf und liefen weiter ins zuk├╝nftige Wohnzimmer… Nun… Leider war das Wohnzimmer genauso klein wie das Schlafzimmer und nicht einmal mein Sofa w├╝rde hier inklusive einer Wohnwand vern├╝nftig hineinpassen. Die K├╝che war zweifelsohne tats├Ąchlich ziemlich h├╝bsch – wenn auch sehr klein, denn durch die T├╝r zur K├╝che durfte man sich quasi quetschen, da direkt davor ein Esstisch mit St├╝hlen stand – woanders h├Ątte man die M├Âbel jedoch nicht hinstellen k├Ânnen, da der Platz daf├╝r eben schlichtweg einfach nicht vorhanden war. Von der K├╝che gingen ein Abstellraum und der Balkon ab – auf diesem bekam ich allerdings den ersten kleinen Schock, denn vor ihm hing ein riesiges Netz, welches ein dezent beklemmendes Eingesperrtseingef├╝hl in mir ausl├Âste. An dem Balkon war eine W├Ąscheleine befestigt – so etwas hatte ich noch nie irgendwo gesehen – jedoch standen direkt unter der W├Ąscheleine die M├╝llcontainer, in die jeder Hausbewohner seine alten Essensreste und sonst was hineinwarf und dieser Gestank zog quasi hoch. Nun stelle man sich bitte einmal vor, man h├Ąngt dort wirklich seine saubere, frisch gewaschene W├Ąsche auf um sie mit einem appetitlichen M├╝llgeruch sp├Ąter wieder abzunehmen. Die Fenster in dieser Wohnung waren teilweise gerissen und die Fenster, die direkt zur Hauptstra├če hin lagen, hatten eine Einfachverglasung. Ich wollte mir einfach nicht ausmalen, wie laut es abends im Berufsverkehr wohl sein w├╝rde, wenn man gem├╝tlich im Bett liegt und das Fenster zum l├╝ften ├Âffnet und vor der T├╝r w├Ąhrenddessen die Stra├čenbahn, unter der Stra├če die U-Bahn und eben die Autos auf der vierspurigen Stra├če fahren. Ich glaube nicht einmal, wenn man das Fenster verschlossen lie├č, bleibt der L├Ąrm drau├čen – und ich kenne L├Ąrm schon mein ganzes Leben lang, schlie├člich wohne ich direkt an Bahnschienen.
Die Bilder, die ich von der Wohnung zuvor also so unfassbar toll gefunden hatte und die Realit├Ąt lagen f├╝r mich also leider ganz weit auseinander und dadurch, dass die Wohnung im Allgemeinen ziemlich dunkel war, fiel sie – gerade f├╝r den angesetzten Mietpreis – leider raus, was ich wirklich schade fand.
Meine restliche Hoffnung setzte ich also in die drei verbleibenden Besichtigungen und ich hoffte so sehr, dass sie mich dieses Mal nicht entt├Ąuschen w├╝rden.

Neues Leben – neue Wohnung? Wie geht’s weiter?

Wie ich im letzten Post schon erkl├Ąrt habe, kam Aufgeben f├╝r mich nicht in Frage.
Ich war noch nie eine Person, die das, was sie wirklich wollte, so schnell aufgegeben hat – im Gegenteil, meist habe ich es tats├Ąchlich geschafft, das, was ich mir vorgenommen habe, zu erreichen.

Und genau das war dieses Mal eben auch mein Ziel – eine eigene Wohnung finden – egal, wie schwer das vielleicht auch werden w├╝rde.
Viele der Wohnungen, die ich mir bei den ganzen Immobilienportalen angesehen habe und die mir auch wirklich total zusagten, waren leider zu sofort zu vermieten und daran gab es leider auch nichts zu ├Ąndern. Klar, ich konnte vollkommen verstehen, dass man als Vermieter seine Wohnung eben nicht drei Monate lang leer stehen haben m├Âchte, schade fand ich es nachvollziehbarerweise aber dennoch.

So zog sich meine Suche bis Anfang Mai hin. In der Zwischenzeit hatte ich sogar schon eine Anzeige auf einem der Portale geschaltet, sodass sich eben die Vermieter bei mir melden k├Ânnen – einfach nur, weil ich die Hoffnung hatte, dass meine Chancen so vielleicht steigen w├╝rden.
Warum bis Anfang Mai? Nun… Viele der angeschriebenen Vermieter melden sich schlichtweg einfach nicht zur├╝ck, was ich auf die Tatsache schob, dass ich keine eigenen Einkommensnachweise vorlegen konnte (auch wenn ich sogar meinen Ausbildungsvertrag mitsendete, da aus diesem Jahr deutlich hervor geht, was ich verdiene), ich zu jung bin und sich viele Vermieter vielleicht Sorgen machen k├Ânnten, dass junge Mieter ihren Pflichten nicht nachkommen und sich der Verantwortung nicht bewusst sind, was es bedeutet, eine Wohnung zu finanzieren. Das alles machte die Wohnungssuche um ehrlich zu sein eben nicht leichter.
Dennoch hatte ich Gl├╝ck, dass mir sogar relativ viele Makler Besichtigungstermine vorschlagen konnten, wodurch leider viele dieser Wohnungen auch wieder wegfielen, da die Makler an den Wochenenden keine Besichtigungen durchf├╝hrten oder sie einfach auch zu kurzfristig Termine vergaben, was sich noch schwieriger gestaltete, da ich weder alleine zu diesen Besichtigungen fahren konnte noch war es irgendwie m├Âglich, wenigstens zwei Wohnungsbesichtigungen auf einen Tag zu legen, sodass es sich wirklich gelohnt h├Ątte, diese riesige Strecke auf sich zu nehmen.

Anfang Mai war es dann aber tats├Ąchlich soweit, dass wir es endlich geschafft hatten, vier Besichtigungstermine auf einen Samstag zu legen. Ich freute mich, dass es nun bergauf gehen w├╝rde und ich vielleicht tats├Ąchlich kurz davor stand, eine Wohnung zu finden, die mir gefiel und die mir den Weg meiner Zukunft ebnete.

Neues Leben – neue Wohnung? Das Problem…

Da du jetzt schon wei├čt, dass ich meine Heimatstadt verlasse um mir etwas Neues in 600km Entfernung aufzubauen, kommt vielleicht die ein oder andere Frage auf.
M├Âglicherweise fragst du dich, wie ich wegziehen soll, wenn ich keine Wohnung habe oder auch absolut keine Ahnung davon habe, wie ich mir innerhalb von einem knappen halben Jahr so viel Geld ansparen soll, um diese vern├╝nftig mit M├Âbeln auszustatten und zeitgleich noch Geld zur Seite zu legen, um die Kaution und meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Also vorab…
Wie ich dir in einem meiner letzten Posts bereits erz├Ąhlt habe, habe ich einen Nebenjob. Urspr├╝nglich hatte ich damals im Alter von 18 Jahren mit meinen ersten Nebenjobs begonnen, um mir ein Auto zu kaufen und dieses auch weiterhin finanzieren zu k├Ânnen. Dementsprechend stand ich also seit September 2015 nie ohne Geld da.
Da ich mein Auto aber weiterhin besitze, habe ich jeden Monat laufende Kosten, welche das Geld, was ich zur Seite legen konnte, begrenzt und gek├╝rzt haben. Das Geld ist bei der Sache jedoch ├╝berhaupt kein Problem!

Das, was bei allem wirklich zum Problem wurde, ist die Wohnungssuche.
Ich wohne derzeit in einer Kleinstadt mit etwa 75.000 Einwohnern (Stand 2008), was einer Einwohnerzahl von 530.000 Einwohnern (Stand Dezember 2015) gegen├╝bersteht.
Der Wohnraum ist auch in Gro├čst├Ądten sehr begrenzt, der Wohnungsmarkt in der Stadt, in die ich ziehen werde, sehr angespannt.

Du glaubst mir garnicht, was f├╝r eine Angst mich seit der Ausbildungszusage begleitet hat. Ich habe mir permanent Gedanken dar├╝ber gemacht, was ich denn machen w├╝rde, wenn ich keine Wohnungszusage erhalte und einige Tage vor Ausbildungsbeginn noch immer ohne Wohnung da stehe… Was dann? Wie geht es weiter? Es waren Zukunfts├Ąngste, die mich monatelang begleitet haben – beigemischt der bittere Gedanke, dass ab dem Zeitpunkt,┬áwenn es klappen sollte, doch eine Wohnung zu finden, pl├Âtzlich ohne jeglichen Anschluss auf eigenen Beinen stehen zu m├╝ssen – quasi laufen lernen. Den zweiten Gedanken schob ich allerdings erstmal weiter nach hinten, denn in meinen Augen war es doch wahrscheinlicher, ohne Wohnung dazustehen.

Im Januar, kurz nach der Zusage hatte ich bereits begonnen, mich ├╝ber diverse Immobilienportale und ├╝ber Social Media zu informieren und mich nach geeigneten Wohnungen umzusehen. In der Preisklasse, in der ich suchte, war das tats├Ąchlich garnicht so einfach. Hier ist man ganz andere Mietpreise gewohnt – um mal einen kleinen Vergleich bildlich vor’s Auge zu f├╝hren:
Hier bekommst du eine wundersch├Âne, gro├če 3 1/2-Zimmer-Wohnung, in die man, ohne gro├č dar├╝ber nachzudenken, sofort einziehen w├╝rde f├╝r den selben Mietpreis wie in der Gro├čstadt eine 1,5-Zimmer-Wohnung oder gar ein etwa 20qm gro├čes WG-Zimmer. Selbst ein einfaches, kleines 12-14qm gro├čes Zimmer kostet dort so viel wie man hier f├╝r eine 2-Zimmer-Wohnung zahlen w├╝rde.

Dass es also nicht so leicht werden w├╝rde, wie zun├Ąchst gedacht, merkte ich schnell. Ich nahm also ersten Kontakt zu Maklern auf, um mich ├╝ber gewisse Wohnungen mit ihnen zu unterhalten – die Zahlen, die ich dabei zu h├Âren bekamen, bereiteten mir eine G├Ąnsehaut. 387 Bewerber auf eine einzige, kleine 40qm Wohnung? Wie sollte ich denn so an eine Wohnung kommen?
Meine Angst wurde also durch die Aussagen der verschiedenen Makler nur noch best├Ąrkt… Aber Aufgeben? Das kam f├╝r mich nicht in Frage. Also ging es weiterhin auf die Suche…

Der Weg zum Traumberuf ÔÖí

Heute m├Âchte ich dir von meinem Weg zu meinem Traumberuf erz├Ąhlen.
Alles fing ungef├Ąhr in der neunten Klasse an…

Ich war nie eine Person, die in Clubs geht und sich dort volllaufen l├Ąsst, geschweige denn, dass ich jemals eine Zigarette oder ├Ąhnliches in der Hand gehalten h├Ątte. Manche m├Âgen es als verklemmt bezeichnen, ich pflege jedoch zu sagen, dass ich immer ein wenig Vernunft in meinem Verhalten hatte (auch wenn ich zugegebenerma├čen oft aus dem Bauch heraus und nicht mit dem logischen Verstand eines Menschen gehandelt habe). Ja, ich habe tats├Ąchlich noch nie einen Club besucht und auch das Shisha-Rauchen, was die ganzen 13-j├Ąhrigen heutzutage praktizieren, geh├Ârte nie zu den Besch├Ąftigungen meines Lebens – auch, wenn ich damit niemanden verurteilen m├Âchte, bitte denk das nicht!
Dennoch war ich schon immer jemand, der sich im Kreise der Freunde sehr wohl gef├╝hlt, gerne laute Musik geh├Ârt und einfach seinen Spa├č gehabt hat. Ich war oft mit damaligen Freunden bei ├Âffentlichen Veranstaltungen wie beispielsweise dem Stadtfest in einer benachbarten Stadt oder anderen Veranstaltungen, wo meist noch unbekannte K├╝nstler aufgetreten sind. Schon damals war mein Interesse an Veranstaltungen jeglicher Art ziemlich gro├č und meine Neugier f├╝r deren Organisation war auch sehr fr├╝h geweckt und mein Entschluss, irgendwann in einem Beruf in dieser Richtung zu arbeiten, war gefasst.
Im Sommer und Herbst 2016 begann also die Phase der Bewerbungen f├╝r diverse Ausbildungen – selbst f├╝r welche, f├╝r die ich mich eigentlich nur alibim├Ą├čig beworben hatte um einfach im Fall der F├Ąlle nicht ohne etwas dazustehen – auch, wenn man tats├Ąchlich zugeben muss, dass es ziemlich naiv ist, sich in Berufen zu bewerben, f├╝r die man sich so quasi ├╝berhaupt nicht interessiert. Noch naiver war es allerdings von mir, mich in meinem absoluten Traumberuf nur regional zu bewerben. Das Ende des Lieds war es, dass ich im Januar tats├Ąchlich einen Ausbildungsvertrag in einem Beruf unterschrieben habe, der f├╝r mich langweilig und unscheinbar daher kam. Ich war nie eine Person, die einen reinen B├╝rojob machen wollte, in dem jeder Tag dem anderen gleicht. Ja… Was war wohl das Resultat aus dieser komplett bescheuerten Idee, eine Unterschrift unter einen Vertrag eines Berufs zu setzen, von dem man von Beginn an wei├č, dass es wirklich rein garnichts f├╝r einen ist. Da sich allerdings bis zum Sommer aufgrund der Tatsache, dass ich null Praxiserfahrung im Bereich des Eventmanagements hatte, nichts anderes ergeben hat, begann ich am 01. August des letzten Jahres die Ausbildung… Die wohl d├╝mmste Entscheidung, die ich in meinem bisherigen Leben getroffen hatte – denn nach zwei Wochen purer Qu├Ąlerei (was sich nicht nur daraus ergab, dass der Beruf in mir die reinste Langeweile weckte sondern auch aus verschiedenen anderen Faktoren, die ebenfalls dazu beigetragen hatten) k├Ânnt ihr euch denken, was passiert ist.

Nachdem ich also nun die Ausbildung beendet habe, was f├╝r mich die sinnvollste und tats├Ąchlich allerbeste Entscheidung gewesen ist, die ich ├╝berhaupt h├Ątte treffen k├Ânnen, hat eine der besten Zeiten meines Lebens begonnen.

Einige Tage nach der K├╝ndigung meinerseits begann ich also einen Nebenjob im Modebereich um w├Ąhrenddessen Praxiserfahrungen zu sammeln um endlich meine Traumausbildung beginnen zu k├Ânnen. Drei verschiedene Praktika ├╝ber eine Gesamtzeit von einem knappen halben Jahr haben mir also die T├╝ren ge├Âffnet, die ich offen sehen wollte. Mir war bewusst, dass diese K├╝ndigung riskant war in Hinsicht auf das sich daraus ergebene Risiko, vielleicht dieses Jahr ohne eine neue Ausbildung dazustehen, aber ich hab sie wirklich niemals bereut. Ich habe die tollsten Erfahrungen sammeln k├Ânnen, die ich nicht missen m├Âchte. Ich habe in zwei Eventagenturen gearbeitet und im Theater – ich habe viele tolle Menschen kennenlernen d├╝rfen und konnte in den Bewerbungsgespr├Ąchen, die daraufhin folgten, viel von diesen Erfahrungen mit den Personalern teilen k├Ânnen.
Damit dieses Jahr jedoch nicht wieder das passiert, was ich im letzten Jahr schon durchmachen musste, habe ich mich bei den Bewerbungsverfahren bewusst daf├╝r entschieden, mich deutschlandweit und dieses mal eben nicht mehr nur regional zu bewerben. Dadurch bin ich in den vergangenen Monaten viel durch Deutschland gekommen und habe tolle St├Ądte sehen d├╝rfen, die ich vorher noch nie besucht hatte. Meine ersten Bewerbungsgespr├Ąche f├╝r das Ausbildungsjahr 2017 hatten im Dezember stattgefunden – meine Zusage habe ich dann tats├Ąchlich nach einem Monat bereits erhalten. Das Positive? Ich wusste, ich kann meinen Traumberuf erlernen! Das Negative? Die Zusage erhielt ich aus der Stadt, die von allen stattgefundenen Bewerbungsgespr├Ąchen am weitesten weg war. Also hatte ich zun├Ąchst die Hoffnung, dass sich vielleicht noch eine weitere Zusage aus der N├Ąhe ergeben w├╝rde. Bei zwei Agenturen war ich auch ziemlich weit vorne im Rennen – das kannte ich ja aber schon aus dem Vorjahr, die ewige Zweite, hey, davon kann ich mir doch nichts kaufen, also steckte ich dort nicht allzu gro├če Hoffnungen rein, was aus der Sicht heute wohl ganz gut so war. Agentur eins befand sich sogar im selben Bundesland und besch├Ąftigt sich haupts├Ąchlich mit Konzerten, denen ist man dann aber aufgrund der vorhandenen Praxiserfahrung zu unformbar, weil man ja alles schon k├Ânne, was ja keineswegs der Fall ist – es gibt schlie├člich immer was zu lernen! Das war wohl die bescheuertste Begr├╝ndung, die ich jemals geh├Ârt habe, denn alle anderen Agenturen, bei denen ich zum Vorsprechen war, wollten, dass ihre Bewerber Praxiserfahrungen mitbringen. Und naja, bei Agentur Nummer zwei, die leider rausfiel, war es meine alleinige Entscheidung das Risiko nicht einzugehen – auch wenn sie nur 20 Minuten von meinem Wohnort entfernt gewesen w├Ąre.

Man muss im Leben allerdings immer und immer wieder Entscheidungen f├╝r sich selbst treffen! Du triffst die Entscheidung f├╝r niemand anderen und du musst wissen, was das Beste f├╝r dich ist. Was ich aus dem Ganzen gelernt habe?
Beginne niemals mit etwas, von dem du von Anfang an wei├čt, dass es nichts f├╝r dich ist nur um nicht ohne irgendetwas dazustehen. Versuche das bestm├Âgliche aus jeder Situation herauszuholen und vor allem.. W├Ąge ab ob etwas anderes nicht vielleicht sinnvoller ist im Hinblick auf deine Zukunft! Denn du alleine bist f├╝r das verantwortlich, was in deinem Leben passieren soll und wirdÔŁú ÔŁÇ

Warum ÔÇťNeues LebenÔÇť?

Du fragst dich nun vielleicht ÔÇťWarum denn ein Start in ein neues LebenÔÇť? Nun, ich erkl├Ąre es dir. Seit 19 Jahren lebe ich in der selben langweiligen Kleinstadt, die an manchen Tagen einfach wie ein tristes, graues Loch wirkt. Hier gibt es tats├Ąchlich nicht so viele Dinge, die man in seiner Freizeit machen kann, geschweige denn, dass es hier viele sch├Âne Orte geben w├╝rde, an denen man seine Zeit verbringen k├Ânnte und sagt ÔÇťOh ist es sch├Ân hierÔÇť. Klar, die ein oder andere sch├Âne Ecke gibt es schon aber letzten Endes sind diese tats├Ąchlich kein Ausgleich. Und dennoch hat man sich in den 19 Lebensjahren hier und in der Umgebung einen tollen Freundeskreis aufgebaut, man hat seine Familie in der N├Ąhe und kann alle quasi jederzeit sehen. Das wird sich allerdings ├Ąndern. Denn seit Januar wei├č ich, dass mein Weg mich in eine 600km weit entfernte Gro├čstadt zieht. Ja, richtig gelesen in eine ÔÇťGro├čstadtÔÇť – also das Kleinstadtm├Ądchen erkundigt die Gro├čstadt. Warum allerdings zieht es mich so weit von Zuhause weg? Wie oben bereits erw├Ąhnt wei├č ich seit Januar, dass ich wegziehen werde – der Grund daf├╝r liegt in einem Ausbildungsangebot in meinem Traumberuf der Veranstaltungskauffrau. Und f├╝r seinen Traum geht man bekanntlich die anstrengendsten und vor allem gr├Â├čten Wege.